„Südseeabenteuer“ oder „Wie Benny wieder ein Mal für Aufregung sorgte“

So mancher Tierhalter wird mir da sicher zustimmen: Es gibt Ereignisse im Zusammenleben mit unseren geliebten, tierischen  Mitbewohnern, die unseren Nerven hart zusetzen.
So ein Erlebnis hatten wir heute mit unserem Braunbären, dem Benny, am Senftenberger See, „Strand Südsee“ (so heißt der südliche Teil).

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Man stelle sich vor, es sind 30 Grad, nicht ungewöhnlich für Anfang August. Ein wunderbar klarer, angenehm kühler See läd zum Schwimmen ein. Sogar Hunde sind erlaubt.

IMG_0651heller_MediumBenny
schwimmt mit Herrchen um die Wette… (Wer wohl schneller war?),
Benny wälzt sich vergnügt im feinen Ufersand…,
Benny vermutet im nahen Schilf Enten…
Benny apportiert unermüdlich den Schwimmdummy aus dem Wasser… bis….,ja bis weit draußen auf dem See ein interessantes Objekt erscheint. Benny überlässt den Dummy sich selbst und schwimmt ohne lange zu zögern in Richtung des blau-gelben Ungetüms.

Einen Moment lang, fanden wir das noch lustig. Nahmen wir doch an, dass Benny das Paddelboot ja nie erreichen, und schnellstens zu uns zurückkehren würde.
Doch unser Hund lässt sich nicht beirren. Er schwimmt zielgerichtet auf den See hinaus, unser Rufen schien er gar nicht zu hören.

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„Zurück!“ rief ich und dachte bei mir: „…das kann er doch nicht machen! Gleich dreht er herum, und folgt dem Jahre lang eingeübten Rückruf!“ Bisher klappte das prompt: Benny hört das Rückrufwort oder den speziellen Pfiff und gleich befolgt er freudig den Befehl. Bis heute!!! Was war nur mit ihm los?
Nun entfernte er sich beträchtlich schnell von uns und sein Kopf über Wasser wurde kleiner und kleiner…
Ich bekam urplötzlich Angst, und das drückte sich in meinen immer lauter und verzweifelter klingenden Rufen aus, die wohl zunehmend schriller und hysterischer wurden:
„Benny zurück, Benny zurück… Benniiiiiii!!!“ Ein anderes Rückrufkommando hatten wir nicht eingeübt und einen Pfiff brachte ich momentan auch nicht heraus.
Benny schwamm und schwamm und es sah ganz danach aus, als hätte er das Boot bald eingehIMG_0761a_Mediumolt.
Doch halt! Der Mann in dem Schlauchboot hatte aufgehört zu paddeln und die Frau ihm gegenüber, rief uns etwas zu. Ich winkte mit hoch erhobenen Armen und es sah aus, als rudere ich in der Luft.
Die beiden Menschen in dem Boot starrten Benny entgegen, weit konnte er nicht mehr entfernt von ihnen sein. Da rief der Mann unserem Hund etwas zu, worauf sich der kleine Kopf umwendete und es aussah als ob er zurückschwamm. Ich konnte es einen Moment lang nicht fassen. Mein Hals war schon ganz rauh vom Schreien, ja rufen konnte man das schon nicht mehr nennen. Ich war in Panik. Hatte mich doch Sekunden vorher, die Vorstellung, dass Benny da draußen ertrinken und von den Wellen des riesigen Sees verschlungen werden könnte, in helle Aufregung versetzt. Wohl zigmal hatte ich diese Möglichkeit von mir gewiesen und dennoch waren diese Befürchtungen da gewesen. Mehr als ein Mal hatte ich das Bedürfnis gehabt, jetzt bei ihm zu sein, um ihm am Halsband zu packen. Ja und dann?
Obwohl ich sah, wie sich sein rotes Halsband von uns entfernte, so sah ich es bruchstückhaft nah vor mir und ich wollte ihm nachschwimmen. Doch das hätte ihm nur bestätigt weiter zu schwimmen: „Mein Rudel kommt mir nach…!“ So blieb mir nur, zu rufen, und ich sah den kleinen Kopf zwischen den mir inzwischen sehr bedrohlich aussehenden Wellen, hin und her schaukeln.

IMG_0504_MediumNach einigen endlos scheinenden Sekunden wurde klar, Benny hatte gewendet und schwamm zum noch weit entfernten Ufer zurück.
Erleichterung durchflutete mich. Als Benny dann unter weiteren ermunterten Rufen endlich bei uns ankam, ging ich im seichten Wasser neben ihm in die Knie. Die waren mir wohl auf einmal sehr weich geworden. Herrchen nahm den Benny in Empfang und ich blickte zu See hinaus. Dort setzten die beiden Leute ruhig ihre Fahrt fort und mir wurde klar, was gerade geschehen war. Dankbar sah ich ihnen hinterher. Sie hatten genau das Richtige getan, als sie bemerkten, dass ihnen unser Hund hinterher schwamm. Sie hatten aufgehört zu paddeln und gewartet! Was sie ihm zugerufen haben, als er nahe bei ihnen war, oder was im Köpfchen unseres Benny vorgegangen sein mag, und ob er erkannte was das blau-gelbe Ding ist, kann ich wohl nur erraten.

Wichtig vorallem ist eines, das kleine Abenteuer ist gut ausgegangen! Was wäre geschehen, wenn das Boot weitergefahren wäre? Noch nie hat sich einer unserer Hunde so weit auf’s offene Wasser hinausgewagt!

Daher stellt sich uns nun die Frage: Wie weit oder wie lange kann ein mittelgroßer Wasser-Hund, bei leichtem Wellengang, ohne besonderes Training schwimmen, bis ihn die Kräfte verlassen?

Kennt jemand die Antwort?

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Anmerkung der Autorin: Die Fotos für diesen Beitrag sind zu einem anderen Zeitpunkt entstanden. Keiner hätte in dieser Situation die Nerven gehabt Fotos zu machen.

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